Eltern-Kind-Blogparade im Juni 2013: Kinder betreuen und betreuen lassen

2. Juni 2013

IMG_2131Ein Blog in dem ich gerne regelmäßig lese ist “Mama, Papa und vier Kinder” von Kerstin. Besonders die Themen der Blogparaden finde ich immer sehr interessant. Einmal habe ich auch schon selbst teilgenommen. Ich würde auch definitiv öfter mitschreiben, leider fehlt mir meist die Zeit…

Das Thema der Eltern-Kind-Blogparade im Juni heißt:

Kinder betreuen und betreuen lassen

Da bin ich doch gerne mit dabei und erzähle Euch mal, wie das bei uns so ist, bzw. war.

Unsere großen Jungs sind ja mittlerweile schon erwachsen. Als sie Babys, bzw. Kleinkinder waren, war es noch gar nicht üblich seine Kinder vor Beginn des Kindergartens “fremdbetreuen” zu lassen. Jedenfalls nicht bei uns in der Kleinstadt. Zu diesem Zeitpunkt bin ich zwar auch arbeiten gegangen, allerdings nur wenige Stunden. Meine Eltern waren ja noch wesentlich jünger und haben sich viel um die Kinder gekümmert. Ehrlich gesagt glaube ich gar nicht, dass wir zu diesem Zeitpunkt eine Krippe in unserer Stadt hatten. Wenn ich so darüber nachdenke, dann war es so, dass die meisten Mütter in der Regel nicht oder eben nur auf Stundenbasis gearbeitet haben. Berufstätige Mütter waren, zumindest in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eher die Ausnahme.

Heute ist das ganz anders. Als ich mit unserem Fräulein Prinzessin schwanger war, arbeitete ich schon halbtags in einer Internetagentur. Dort ist auch heute noch mein Arbeitsplatz. Schon nach 8 Wochen bin ich wieder ins Büro gegangen – zumindest für ein paar Stunden in der Woche. Unsere Tochter war in dieser Zeit bei meinen Eltern und der Räuber besucht schon seit der 1. Klasse die Mittagsbetreuung in der Schule. Das bedeutet, dass er nach dem Unterricht bis Schulschluß um 13.00 Uhr betreut wird und dann anschließend mit dem Bus nachhause fährt. Wir essen dann gemeinsam Mittag.

IMG_2139Mit einem Jahr bekam ich für unsere Tochter einen wundervollen Platz in einer KiTa. Sie liegt direkt auf dem Weg ins Büro – ich muss also nicht einmal einen Umweg machen. Hier könnt Ihr ausführlich darüber lesen. Seit dem gehe ich wieder halbtags arbeiten. Ich bin dann wieder gegen 13.00 Uhr zuhause. Dann koche ich und lasse den Hund kurz raus. Kurz vor halb zwei kommt der Räuber von der Schule.  Das Fräulein Prinzessin ist bis 16:30 Uhr in der KiTa. Oft werde ich gefragt, warum denn unsere Tochter den ganzen Tag in die KiTa geht, wenn ich doch nur den halben Tag arbeite. Richtig rechtfertigen musste ich mich schon…

Trotzdem erkläre ich es gerne noch einmal: es ist ja nicht damit getan das Essen mittags auf dem Tisch zu haben. Hausaufgaben mit dem Räuber stehen an, das Haus will auch mal geputzt und der Garten gepflegt werden. Mein Blog möchte betreut und die Wäsche gewaschen werden. Und eventuell bleibt sogar noch ein halbes Stündchen für mich ganz alleine übrig.

IMG_2154Ich denke nicht, dass ich den ganzen Nachmittag mit dem Fräulein Prinzessin spielen würde, wenn sie zuhause wäre. Mal ehrlich  – wo ist das denn so? In der KiTa wird gespielt, getobt, gebastelt und gefördert. Wenn wir unsere Tochter dann am Nachmittag abholen machen wir meistens noch etwas zusammen. Wir gehen in die Bücherei, auf den Spielplatz oder treffen uns in der Siedlung noch mit anderen Müttern und Kindern. Für uns ist das so die perfekte Lösung. Und ja – das Fräulein Prinzessin wird ab September den Kindergarten besuchen – ganztags.

Natürlich gibt es auch Nachmittage, an denen wir uns verabreden oder Besuch bekommen. Dann sage ich einfach in der KiTa Bescheid und hole das Fräulein Prinzessin früher ab.

Bei uns ist die Nachfrage nach Krippenplätzen höher als das Angebot. Auch eine Betreuung durch die Großeltern wird immer schwieriger. Viele Omas und Opas stehen ja selbst noch mitten im Berufsleben. Auf der anderen Seite bekommen viele Paare heute erst viel später das erste Kind. Das bedeutet, dass die Großeltern oft gar nicht mehr fit genug sind, ein Baby oder Kleinkind regelmäßig zu betreuen. Insgesamt denke ich, dass sich die Politik schon bemüht, die Krippen- und Betreuungsplätze auszubauen, es dauert nur alles so lange.

Das Thema gäbe noch unendlich Stoff. Nicht angesprochen habe ich :

  • Ist die Krippe gut oder schlecht für die Entwicklung?
  • Ist eine Tagesmutter eine Alternative?
  • Wer kann sich einen Krippenplatz überhaupt leisten?
  • Wie lange kann/soll Frau/Mann überhaupt beruflich pausieren?

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf die anderen Beiträge und werde sie mit Spannung verfolgen!

 

 

 

 

Previous Post Next Post

6 Comments

  • Kerstin

    Ich freue mich, dass du wieder dabei bist. 🙂
    Wissentlich erinnere ich mich auch nicht an Kinderkrippen zu meiner Kindheit, wir wurden als Kinder und während unsere Eltern arbeiten waren von der Nachbarin betreut und wurden mit 3 (glaube ich) in den Kindergarten gegeben. Anders war es bei meinem Mann, der sich sehr gut an die Krippenunterbringung erinnert, die im Osten wohl recht üblich war.

    Ich denke auch, dass Kinder ab einem gewissen Alter (und das ist individuell, ich merke es an den Unterschieden meiner eigenen Kinder) unter andere Kinder kommen sollten und bin auch der Meinung, dass sie ab einer gewissen Reife zuhause gar nicht mehr so gut gefördert werden können. Das Verhalten innerhalb einer Gruppe Gleichaltriger kann ich ihnen selbst mit drei Geschwisterkindern nicht in dem Maß bieten, wie es ein Kindergarten kann.

    Krippenplätze (650-100 € für 8-10 Stunden, die man als Berufstätiger in Vollzeit ja nun braucht) sind hier zwar teuer, aber dennoch kaum zu bekommen, jedenfalls in den Metropolregionen, auf dem Dorf sieht es anders aus.

    Ich denke, dass das richtig ist, das alle Familienmitglieder glücklich macht und ich kann total gut nachvollziehen, dass man auch als Mama eine Auszeit braucht und etwas anderes um sich herum haben mag als “nur Kinder”. Mir geht’s jedenfalls so. http://www.meinetestfamilie.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif

    2. Juni 2013 at 17:30 Reply
  • Sandy

    Wir mussten auch gleich mitmachen! Toller Beitrag!!! http://eineganznormalefamilietestet.blogspot.de/2013/06/eltern-kind-blogparade-im-juni-2013.html

    2. Juni 2013 at 20:30 Reply
  • Rebecca

    Ich finde, es wird auch immer viel zu wenig dran gedacht, dass die Kinder in der Krippe oder bei der Tagesmutter eben auch andere Kinder im selben Alter haben, mit denen sie spielen können. Gerade deshalb geht mein Sohn auch vor allem zu einer Tagesmutter, eben weil er mein einziges Kind ist und ich mir so wünsche, dass er viel Kontakt zu anderen Kindern hat. Schade, dass man sich dafür rechtfertigen muss.

    Ein toller Beitrag von dir 🙂

    5. Juni 2013 at 18:51 Reply
  • Sebastian

    Du musstest Dich nur rechtfertigen, wir mussten beide unsere Arbeitszeiten vom Arbeitgeber bescheinigen lassen, damit Zoe bis 15:00 im Kiga bleiben darf. Wenigstens kann man die (teuer bezahlte) halbe Stunde Frühbetreung zwischen 7:30 und 8:00 ohne Bedarfsprüfung dazubuchen. Wenigstens stellt sich bei Bea das Problem nicht mehr…

    2. Juli 2013 at 20:30 Reply
    • Sandra

      Hallo Sebastian, das ist ja auch heftig…normalerweise sind die Betreuungseinrichtungen immer sehr froh, wenn man gleich voll bucht. Das von eurer Bea habe ich gelesen….Ich finde es gut, wie Ihr das verarbeitet.

      2. Juli 2013 at 20:57 Reply
  • Bibilotta

    Also ich find es ja mal echt übelst, wenn man sich dafür rechtfertigen muss, warum man sein Kind ganztags betreuen lässt, wenn man nur halbtags arbeitet … HALLO ? Was soll das denn bitte … kann ich nur den Kopf schütteln … deine Einstellung ist da durchaus richtig und find ich auch voll vertretbar … kann mich nur immer wieder wundern, was man so mitmachen muss…

    3. Juli 2013 at 23:33 Reply
  • Kommentar verfassen

    Wir verwenden Cookies, um unsere Webseiten besser an Deine Bedürfnisse anpassen zu können. Durch die Nutzung unserer Webseiten akzeptierst Du die Speicherung von Cookies auf Deinem Computer, Tablet oder Smartphone. Mehr entdecken Weitere Informationen

    Cookies sind kleine Textdateien, die beim Besuch bestimmter Webseiten auf Ihrem Computer gespeichert werden. Auf kleine-familienwelt.de verwenden wir Cookies, um Ihre Interessen zu erfahren und Sie als wiederkehrenden Besucher unserer Seite zu identifizieren.Die von uns verwendeten Cookies sind keinesfalls schädlich für Ihren Computer. In den verwendeten Cookies werden keine personenbezogenen Daten wie z. B. Kreditkartendetails gespeichert. Wir verwenden jedoch mithilfe von Cookies ermittelte verschlüsselte Informationen, um unsere Webseite besser an Ihre Bedürfnisse anpassen zu können. Diese Informationen helfen uns beispielsweise bei der Ermittlung und Behebung von Fehlern oder dabei, Ihnen beim Besuch unserer Seite relevante Produkte anzuzeigen.Damit Sie die Inhalte und personalisierten Funktionen in vollem Umfang nutzen können, muss Ihr Computer, Tablet oder Smartphone Cookies akzeptieren (das entspricht meist der Standardeinstellung), da wir bestimmte Funktionen nur mithilfe von Cookies bereitstellen können.In unseren Cookies werden keine sensiblen Informationen wie Namen, Adressen oder Zahlungsdetails gespeichert. Wenn Sie Cookies auf kleine-familienwelt.de oder anderen Webseiten jedoch einschränken, blockieren oder löschen möchten, können Sie in Ihrem Browser die entsprechende Einstellung vornehmen. Da sich diese Einstellung je nach Browser unterscheidet, lesen Sie im Hilfemenü des Browsers oder im Benutzerhandbuch des Mobilgeräts nach, wie die Cookie-Einstellungen geändert werden.

    Alles klar!